Elsässerdeutsch retten bei 2030 ? Conferenz bei Thierry Kranzer in Karlsruhe 7 Sept 2016, 18 Uhr

Kindergarten-Immersion zur Rettung vom „Elsässerditsch“: Konferenz von Thierry Kranzer in der STIFTUNG CENTRE CULTUREL FRANCO-ALLEMAND KARLSRUHE, Karlstraße 16b, 76133 Karlsruhe,

Laut Umfrage vom Elsässischen Sprachenamt OLCA können nur noch 3% der Kinder „Elsässerditsch“ (Stand 2012). Wir stehen also kurz vor dem Aussterben. Die Bedeutung dieser tausendjährigen Sprache als Ausdruck des Elsässertums ist schon öfters betont worden. Allerdings ist nur wenig darüber nachgedacht worden, wie eine Rettung dieses Idioms erreicht werden könnte.

 

Das Elsässische Sprachenamt OLCA hat zwar beispiellos innovative Werkzeuge für Kinder entwickelt; es verfügt jedoch zum jetzigen Zeitpunkt über zu wenig Mitteln, um den Kindern zu ermöglichen, wieder auch in dieser Sprache zu kommunizieren. Verschiedene Erfahrungen aus der ganzen Welt sowie empirische Daten aus einem beispiellosen Bericht der Vereinten Nationen vom 7. März 2015 lassen jedoch keine Zweifel darüber aufkommen, dass jede Sprache errettet werden könnte. Dabei entscheidend ist aber folgende wichtigste Feststellung: nicht der Willen der Bevölkerung entscheidet darüber, welche Sprache wir morgen reden werden, sondern in erster Linie das Gebot der Politik.

 

Kleiner historischer Rückblick: Welche Sprachen sind wo, wann und wie gerettet worden? Herr Thierry Kranzer, Präsident des Vereins der Elsässer New-Yorks und des Internationalen Fonds für die Elsässische Sprache (FILAL) wird dieser Frage nachgehen. In einer Reihe von Vorträgen wird er sich auf das 2015 vom ihm veröffentlichte Buch über die Regionalsprachen Frankreichs stützen, sowie auf seine Erfahrung als Presseattaché  bei den Vereinten Nationen. Dabei ist er insbesondere auch bei Regierungskonferenzen  auf die  Zusammenhänge zwischen Regionalsprachen und Wirtschaftswachstum eingegangen. In Frankreich verfügen mittlerweile von Korsika zur Bretagne über Baskenland und Nord-Katalonien 25 Departements über totaler Kindergarten- Immersion in einer Regionalsprache. Dies betrifft insgesamt 10.000 Schüler. Diesbezüglich ist  das Elsass eine Revolution zu spät!

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